Während die Einschaltquoten das Programm der meisten Sender nachhaltig auf das gefällige Mittelmaß des Mainstreams glätten gibt es hier und da doch noch ein paar interessante Funksignale. Und - ganz ehrlich - für nebenbei ist das gute alte Dampfradio noch immer unschlagbar. Und erfrischend aktuell zudem.
Hier eine kleine Auswahl empfehlenswerter Rundfunkanstalten:
"Kultur pur in allen Facetten bei Deutschlandradio Kultur. Zwischen den sehr hörenswerten Beiträgen finden sich so einige musikalische Perlen. Am besten sonntagmorgens entspannt zum Frühstück genießen! Jeden Mittag begeistert übrigens Kakadu die kleinen Hörer." (www.radio.de)
Ausnahmsweise mal Musik... Aber ich konnte nicht widerstehen euch mal Mr. B The Gentleman Rhymer ans Herz zu legen.
"Hip-Hop hat eine lange Geschichte, könnte man meinen, er vereint diverse Strömungen, Tausende von Künstlern, unzählige Songs. Einem aber genügen gut fünf Minuten, um all das in einen einzigen Song zu verpacken: Mr.B, dem «Gentleman Rhymer».
Mr.B the Gentleman Rhymer ist Brite und hat insofern mit Hip-Hop eigentlich so gar nichts zu tun. Und dennoch wagt er sich mit seiner «Chap-Hop History» an diese Musikrichtung, die - fragt man Wikipedia - gute 30 Jahre alt sein dürfte. Diese 30 Jahre, die ganze Bücher füllen könnten, zumindest ganze Seiten, komprimiert Mr.B auf sage und schreibe 5:32 Minuten. Er rappt sich einmal quer durch die Stile, mit britischem Charme und gut gekleidet.
Dass der nicht ganz ernst gemeint sein kann, zeigt schon das Auftreten des obskuren Gentleman. Bewaffnet mit einer Banjolele und britischem Akzent gibt Mr.B die Aushängeschilder zum Besten, Stücke, die in den vergangenen 30 Jahren die Charts gestürmt haben: Rappers Delight von der Sugarhill Gang, King Of Rock von Run DMC, Fight For Your Right von den Beastie Boys, She Watch Channel Zero von Public Enemy, Mamma Said Knock You Out von LL Cool J, Magic Number von De La Soul und My Name Is von Eminem." (news.de)
"Ich bin eine Keksdose", sagt Christian Boltanski über sich selbst, denn er glaubt, dass ein Künstler mit dem Alter immer mehr seinem Werk ähnelt, bis er schließlich ganz zu seinem Werk wird. Allerdings hat sich der 1944 geborene französische Künstler in seinem Schaffen längst nicht nur mit Keksdosen beschäftigt. Seine Projekte sind ungewöhnlich, bisweilen sogar bizarr: Er denkt sich 100 Sätze aus, die seine Freunde über ihn sagen werden, wenn er gestorben ist, oder sammelt alte Telefonbücher, um die Namen der Menschen, die einst gelebt haben, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.